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Zelte Basis-Informationen

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Zelte Basis-Informationen

Beitragvon CAMPING-INFO » Mo 24. Aug 2015, 19:17

:arrow: Materialien
1. Polyester/Nylon

Leichtes Kunststoffgewebe mit guten Eigenschaften in Hinblick auf unerwünschte Schimmelbildung. Sehr gut geeignet für Treckingzelte, also Fahrrad oder Festivals. Hier gibt es taugliche Zelte unter 2kg Gewicht. Die Gewebe sollten IMMER PU beschichtet sein, damit Undichtigkeiten vermieden werden. Es gibt unterschiedliche Garndichten, welche Haltbarkeit und Langlebigkeit beeinflussen.
Eine Variante ist das sog. RIP-STOP. Das Material ist reißfester und insgesamt stabiler. Zu erkennen ist es an der quadratischen Oberflächenstruktur.
Diese Zelte sind grundsätzlich nicht für den Dauereinsatz geeignet. Der Grund liegt in inzwischen intensiverer UV-Strahlung, die solche Gewebe in ihrer Lebenszeit begrenzt. Sie werden tatsächlich " mürbe " .
Hervorragend als Wohnwagenvorzelte für den schnellen unkomplizierten Aufbau geeignet. Bei guter Qualität hat man viele Jahre Freude daran.
Nachteil : Erhöhte Kondenswasserbildung, nicht sturmsicher, weil keine zusätzlichen Sturmstangen möglich, wenn das Gestänge aus Glasfaser besteht.
2. PVC
PVC Zelte sind absolut wasserdicht. Ein Grund, warum auch Bodenplanen in der Regel aus PVC gefertigt sind. Das Material ist verrottungsfest, reißfest und unverwüstlich. Um die Eigenschaften voll auszunutzen, sind abgedeckte Reißverschlüsse von Vorteil, damit alle Möglichkeiten Feuchtigkeit oder Regen auszuschließen, ausgenutzt werden.
Zelte aus diesem Material sind geeignet als Saison- oder Dauerstandzelte.
Nachteil : Erhöhte Kondenswasserbildung, hohes Gewicht.
Um ein Zelt aus diesem Material als Dauerstandzelt zu verwenden, wird ein Gestänge aus Stahl empfohlen.
Um die Kondensatbildung zu mildern, sollte man auf ausreichend vorhandene Querbelüftungsmöglichkeiten achten, welche im Idealfall verschließbar sind.
3. Baumwollmischgewebe
Für diese Gewebe gelten prinzipiell die gleichen Eigenschaften wie bei PVC. Allerdings sollten Bauwollzelte nach einer gewissen Zeit nachimprägniert werden. Die Nähte regelmäßig mit Nahtdichter behandeln.
Vorteil : Kaum Kondensatbildung, angenehmes Raumklima.
Nachteil : sehr hohes Gewicht, erhöhter Pflegeaufwand.
4. Spezialgewebe
Verschiedene Hersteller haben Eigenentwicklungen auf den Markt gebracht. Beispielhaft das Gewebe TEN CATE ALL SEASON. Die speziellen Eigenschaften und Nutzungsmöglichkeiten sollten bei den Händlern abgefragt werden.

:idea: TIPP für Leichtzelte aus Polyester mit Glasfasergestänge:
Außengestänge werden durch einen Kanal geschoben, welcher dem Zelt den notwendigen Halt verschafft. Hier ist es von Vorteil, wenn der Kanal nicht durchgängig ist, sondern unterbrochen. Das Glasfasergestänge wird zusammengesteckt, verbunden mit Gummizügen. Beim Herausziehen kann es haken und das Gestänge kann sich lösen. Es ist dann nicht so leicht den ganzen Strang an einem Stück heraus zu bekommen. Eine Unterbrechung des Kanals vereinfacht das Ganze.

:arrow: Gestänge
Grundsätzlich gibt es drei Materialien : Glasfaser, Aluminium und Stahl.
1. Stahl ist unumgänglich bei der Nutzungsart Saison-oder Dauerzelt. Das Gestänge ist fester, stabiler und verformungsresistent. Die Vorteile werden durch hohes Gewicht abgemildert.
2. Aluminium ist leicht und relativ teuer. Als Gestänge für den langen Urlaub unbestritten von Vorteil. Ein Dauereinsatz ist nicht empfehlenswert, weil die Verformungsstabilität bei sehr starker Belastung nicht gegeben ist.
3. Glasfaser wird in der Regel nur für Leichtgewichtszelte verwendet. Es hat geringe Packmaße und ist durch verbundene Gummizüge schnell und ohne Probleme zu zuordnen. Das Rätselraten, welche Stange muss wohin, entfällt. Glasfasergestänge sind flexibel und nicht formstabil, die Bruchgefahr ist gering. Bei hohen Windlasten wird sich das Zelt jedoch stark " verbiegen " und wirkt dadurch unruhig.
Achtung : Glasfasergestänge sind nicht zwangsläufig leichter als Aluminium !
4. Sonderform: AirBeam Zelte besitzen kein Gestänge. Anstelle der Gestängekanäle besteht das " Gerüst " aus aufblasbaren Luftkanälen, welche mit einer Pumpe gefüllt werden. Luft ist also der Träger für die Stabilität. Da diese Technik relativ neu im Vorzeltbau ist und noch keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen, wird auf eine Bewertung verzichtet.

:arrow: Wassersäule
Die Wassersäule ist eine Maßeinheit, mit der die Wasserdichtigkeit angegeben wird. Sie gibt die Menge an Wasser an, die auf einer Fläche "stehen" kann, ohne daß das Wasser durchdringt. (Die Wassersäule wird von der Belastung her über ein gespanntes Stück Gewebe von 10 cm im Quadrat gemessen.) Oberzelte gelten ab 1.500 mm und Zeltböden ab 2.000 mm nach DIN als wasserdicht. In der Schweiz ist die Norm etwas strenger, da gilt ein Stoff allgemein erst ab 4.000 mm Wassersäule als wasserdicht.

Vielleicht hilft diese Zusammenstellung dem einen oder anderen bei einer Kaufentscheidung. Es gibt kein gutes oder schlechtes Material . Es kommt immer auf den Zweck an !!

Danke an Peter.49 für diese umfangreichen Informationen!

:4283:

In einem weiteren Bericht "Info für Zeltcamper - Leitfaden für Kaufentscheidung"
gibt es umfangreiche Infos über die verschiedenen Zelttypen und die goldenen Regeln beim Kauf.
CAMPING-INFO
 
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